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- Meine Leoniden-Bilder -
  
  
  

Der Leoniden-Schauer am 17./18.11.1999

Als sehr pessimistischer Mensch (was Vorhersagen bzgl. Meteoriten- Schauern angeht) habe ich mich schon gegen 0 Uhr aus der Großstadt Gera in ländliches Gebiet aufgemacht um einen geeigneten Standort zu suchen. Gegen 0.45 fand ich dann einen mir geeignet erscheinenden Platz auf einem Feld mit fast uneingeschränkter Weitsicht in alle Richtungen und nur wenig Aufhellung durch die 10 km entfernte Stadt. Allerdings versprachen eine absolut dichte Bewölkung und unangenehmer Schneeregen (bei ca. -1°C) keinen Beobachtungserfolg. Trotzdem hielt ich mich mit Kaffee und Radio bei Laune... 2.45 Uhr immernoch kein einziges Wolkenloch. Eigentlich hielt mich nur noch die Hoffnung auf spätere Wolkenlücken verbunden mit einem späteren Maximum von einer Abfahrt zurück. Jedoch fast zeitgleich mit dem ersten Aufblitzen einer Wolke gegen 2.55 Uhr hörte der Niederschlag auf und die Wolkendecke lockerte sich. In der ersten Wolkenlücke (schätzungsweise 10% sichtbare Himmelshalbkugel) sah ich teilweise 2 Meteoriten gleichzeitig. Deren Spuren waren sehr lang und meistens sehr hell (ca. 90° vom Radiant entfernt). Öfters blitzen auch an verschiedenen Stellen die Wolken auf. Gegen 3Uhr war dann fast die Hälfte des sichtbaren Himmels frei. Mindestens alle 5 Sekunden war ein Meteorit zu sehen. Den bisherigen Schätzungen von mindestens 1800ZHR kann ich also nur zustimmen, wenn ich bedenke, daß ich auch öfters meinen Blick auf die Kamera und den Fernauslöser richtete, der just in diesem Moment seinen Geist aufgab.
Bis ca. 3.15 war keine merkliche Abnahme der Häufigkeit feststellbar. Dann wurde die Zeitlücke zwischen den einzelnen Schüben allmählich größer. Auffällig war für mich auch, daß die Leoniden häufig sehr helle und sehr lange Spuren zogen, die meistens 1-3 Sekunden nachleuchteten. Auf einem Zwischenstopp meiner Rückfahrt gegen 4.00 Uhr habe ich dann (bei inzwischem wolkenfreien Himmel) noch einen Leoniden gesehen, der schon fast als Bolide einzuschätzen war und einen breite Spur zog, die türkis bis grünlich gefärbt umrandet war. Es wurde also doch noch eine erfolgreiche Nacht.

Das nebenstehende Foto enthält leider keinen Meteor, ist aber trotzdem eine gelungene Himmelsaufnahme, die den Bewölkungszustand (leichte Schleicherwolken mit größen Lücken) gegen 3.15 Uhr MEZ zeigt. Diese Schleierwolken und das Licht der (immerhin 10km entfernten Stadt) reichten jedoch aus, um auf etwa 40 Fotos nur 4 Meteore sichtbar werden zu lassen. Und in Anbetracht, daß alle Fotos durch den defekten Fernauslöser "echte Handarbeit" sind, und die Langzeitaufnahmen in Kurzzeitaufnahmen (bis maximal 2 min) übergingen, ist die Ausbeute trotzdem zufriedenstellend.

Die zwei besten Aufnahmen (Ausschnittsvergrößerungen) sind hier zu sehen:

leonid1.jpg leonid2.jpg

(Alle Aufnahmen wurden mit Minolta Dynax 500si und Fuji 1600 gemacht.)

17.12.2007,